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Die Welt am Wendepunkt

Iris Origo: Eine seltsame Zeit des Wartens. Italienisches Tagebuch 1939/40.

Mit einem Vorwort von Lucy Hughes-Hallett und einem Nachwort von Katia Lysy. Berlin: Berenberg, 2021.

»Ein ruhiger herrlicher Sommerabend; die Trauben reifen, die Ochsen pflügen. Nur der Mensch ist völlig verrückt geworden.«

In der Rückschau ist es leicht, Anzeichen für drohendes Unheil auszumachen. Aber wer mittendrin in der Geschichte steckt, kann nur versuchen, sich aus Gehörtem, Gesehenem und Gelesenem ein Bild zusammenzusetzen. Im ­Sommer 1940 tritt Italien in den Zweiten Weltkrieg ein, ein gutes Jahr zuvor beginnt Iris Origo ihr Tagebuch. Die Britin lebt in der Toskana, ist aber auch in Rom bestens vernetzt. Und während die Nazis über halb Europa hinwegziehen, spricht sie mit Bauern und Politikern, hört Radio und liest Zeitungen – und hält alles fest. So bekommen wir nicht nur Einblick ins faschistische Italien, sondern auch ein Gefühl dafür, wie es ist, wenn die Welt am Wendepunkt steht.

(Verlagstext)

 

Ein Handbuch für Demokraten

Mudde/Kaltwasser: PopulismusCas Mudde und Cristóbal Rovira Kaltwasser: Populismus: Eine sehr kurze Einführung. Bonn: Dietz 2019.

Mit Populismus werden ganz unterschiedliche Phänomene beschrieben – leider oft ungenau und interessegeleitet. Dieses kurze, kompakte Buch vermittelt ein tiefergehendes Verständnis. Was ist Populismus? Was macht seine Führer aus? Und wie ist seine Beziehung zur Demokratie?

Cas Mudde und Cristóbal Rovira Kaltwasser deuten Populismus als eine Schwarz-weiß-Ideologie, die die Gesellschaft in das »wahre Volk« und eine »korrupte Elite« einteilt. Politik wird als Ausdruck des „Volkswillens“ dargestellt. Linke Populisten verbinden diese Ideologie meist mit einer Form von Sozialismus, rechte Populisten mit einer Form des Nationalismus. Dies zeigen die Autoren am Beispiel europäischer Rechtsparteien, linker Präsidenten in Lateinamerika und der Tea-Party-Bewegung in den USA. Sie analysieren die Persönlichkeiten populistischer Anführer wie Silvio Berlusconi, Hugo Chavez, Eva Péron und Sarah Palin. Knapp und eindrücklich vermitteln sie, wie der Populismus das politische und soziale Leben in vielen demokratischen Systemen verändert hat.

(Verlagstext)

Siehe dazu auch das Interview mit Cas Mudde in der ZEIT.